Im Gespräch mit Micha Kreitz

Sie sind 42 Jahre alt und seit über 25 Jahre politisch aktiv. Wie ist mit 16/17 die Idee entstanden, sich kommunalpolitisch zu engagieren?

 

Grundsätzlich habe ich mich immer schon für Politik interessiert, habe als Kind die Szenen der Wiedervereinigung gebannt am Fernseher verfolgt und war ein begeisterter Fan von Hans-Dietrich Genscher.

 

Konkret hat 1993/94 Felix Neuß, unser damaliger Konzener CDU-Vorsitzender, Freund meiner Eltern und Vater meines Schulkameraden Achim, so "beharrlich" „geworben“, dass ich nicht nein sagen konnte. „Befördert“ wurde das von Theo Steinröx, unserem späteren Bürgermeister und besten Freund meines früh verstorbenen Vaters. Dann war ich sehr schnell Feuer und Flamme für JU und CDU, habe mich in Konzen aktiv engagiert und bin Sachkundiger Bürger geworden…

 

 


Nun sind Sie seit 11 Jahren Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Monschau. Was gefällt Ihnen besonders gut an diesem Amt?

 

Zwei Aspekte:

 

Die Bürgernähe – heißt z.B. Bürgern in meiner monatlichen Sprechstunde direkt und unbürokratisch helfen zu können. Deswegen habe ich aber auch immer einen, jeden Abend gefüllten, Zettel in der Hemdtasche, weil man natürlich auch im Alltag fast immer angesprochen wird.

 

Um der Sache willen streiten gehört unbedingt dazu. Felix Neuß war Meister darin, nie persönlich verletzend, aber intensiv im Austausch der Argumente. Das Parteiengezänk was man manchmal anderenorts beobachten kann ist doch schrecklich. Da haben wir in Monschau innerhalb des großen und vielfältigen CDU-Teams, aber auch mit den anderen Fraktionen im Stadtrat eine ganz andere, wirklich gute Streitkultur. Dafür bin dankbar.

 

 


Was sind die wichtigsten Ziele, die Sie bisher erreichen konnten?

 

Eine von der CDU-Fraktion und Bürgermeisterin Magga Ritter 2009 angestoßene und durch alle Fraktionen getragene Haushaltskonsolidierung, die viele nachhaltige Ideen und zukunftsorientierte, moderne Entwicklungschancen für die gesamte Stadt Monschau gebracht hat und weiter bringen wird. Konkret machen wir dies in unserem Wahlprogramm "Monschau. Heimat. Zukunft." deutlich!

 

 


Apropos Zukunft:  Was treibt Sie an, sich in der StädteRegion zu engagieren?

 

Seit über 20 Jahren bin ich zunächst auf Kreisebene, dann jetzt in der StädteRegion Aachen Sachkundiger Bürger, angefangen im Umweltausschuss, über den Jugendhilfeausschuss bis zum Schulausschuss. Die StädteRegion ist für uns in Monschau und der gesamten Eifel von großer Bedeutung: Bedarfsgerechte Kindergärten/Familienzentren und moderne Berufskollegs in Trägerschaft der StädteRegion sind mir wichtig. Tourismus-, Kultur- & Wirtschaftsförderung sind auch und gerade regionale Aufgaben.  Ich setze mich für eine bezahlbare und bürgernahe StädteRegion ein, die z.B. die Außenstelle des Straßenverkehrsamtes im Monschauer Rathaus erhält, die zur regionalen Verantwortung im Schul- & Förderschulverband steht, die sich für eine bessere Verkehrsanbindung ins Oberzentrum stark macht.

 

 


Aber das hätte der alte Kreis Aachen doch genauso gut gekonnt?

 

Nein, ich habe aus voller Überzeugung auf allen Ebenen den Gründungsprozess mitgestaltet. Die StädteRegion hat viele Synergien zwischen Stadt Aachen und dem ehemaligen Kreis Aachen mit sich gebracht. Über diesen Prozess sind aus guten Nachbarn enge Partner geworden. Noch ist dieser Entwicklungsprozess aber nicht zu Ende und ich würde ihn gerne weiter mitgestalten, künftig dann als Mitglied des Stadtrates und des StädteRegionstages. Dafür bitte ich die Bürgerinnen und Bürger um ihr Vertrauen, um ihre Stimme.

 

 


Wenn sie nach einem anstrengenden Tag im Beruf und abendlichen Partei-/Gremien-Sitzungen nach Hause kommen, wie schalten Sie ab?

 

Zunächst einmal muss ich sagen, dass mir meine beruflichen Tätigkeiten immer Freude bereitet haben und ich nichts weniger leiden kann, als Berufspolitiker ohne wirklichen Beruf.

 

Und neben politischen Sitzungen gibt es ja auch noch viele entspannte Vereinstermine. Ich bin in allen Vereinen in Konzen, außer bei den Landfrauen..., Mitglied und in einem Dutzend weiterer Vereine im Stadtgebiet.

 

Aber abschalten  kann ich eigentlich ganz schnell, mit einem guten Buch in der Hand auf der Terrasse oder – am liebsten ganz früh morgens – im Hohen Venn. Dankbar bin ich für Zeit mit meinen Freundeskreis, das sind elf gute und enge Freunde, die seit Jahren/Jahrzehnten zusammenhalten. Und diese elf richten sich ganz oft, nach meinem engen Zeitplan. Leider habe ich keine Zeit mehr Traktor oder Unimog zu fahren, damit habe ich einen Großteil meiner Kindheit und Jugend im Hatzevenn verbracht. Wahnsinnig schöne Erinnerungen…

 

 


Moment, Traktor fahren?

 

Ja, als Kind wollte ich Bauer oder Naturwissenschaftler werden. Mitverantwortlich dafür war sicher Elmar Victor (https://www.victorhof.de/), der mich schon als kleinen Jungen immer hat mitfahren lassen. Später durfte ich helfen und selber Heu wenden, schwaden oder beim Lohnfuhrunternehmen „Völl & Victor“ nebenan mein erstes eigenes Geld auf dem Wickelgerät verdienen. Im Winter klingelte dann nachts das Telefon und es ging in den Winterdienst. Meine Mutter hat das alles immer unterstützt, ist mit raus, hat fürsorglich die Thermoskanne gefüllt…